Annaberger Pyramide

Die Annaberger Marktpyramide mit ihren meisterhaft geschnitzten Figuren bildet seit 1992 das Wahrzeichen des Annaberger Weihnachtsmarktes. Ihre Schöpfer haben es in besonderer Weise verstanden, die Historie von Stadt und Region mit erzgebirgischen und christlichen Traditionen zu verbinden. Bezüge zum Bergbau finden sich ebenso wie christliche Motive, die auf die Advents- und Weihnachtszeit hinweisen.

Am Sockel schuf der Holzbildhauer Klaus Giese einen geschnitzten Advents-kalender. Vier große Holzreliefs zeigen Szenen der biblischen Weihnachtsgeschichte. Die Ankündigung der Geburt Jesu, Engel und Hirten, die Weisen aus dem Morgenland und der Stall von Bethlehem mit der Krippe sind bildlich dargestellt.

Die wunderbaren Figuren auf den Drehtellern schnitzte Volker Gräfensteiner, ein sehr begabter, inzwischen verstorbener Annaberger Künstler. Die filigrane Farbgebung von Kunstmaler Günter Kreher sorgt dafür, dass die Figuren so lebendig wirken.

Anliegen der drei Künstler es, mit der Pyramide auf wichtige geschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten sowie erzgebirgische Traditionen hinzuweisen.

So findet sich der wettinische Herzog Georg der Bärtige, der am 21. September 1496 die "Neue Stadt am Schreckenberg" - das spätere Annaberg - gründen ließ, in trauter Gemeinschaft mit dem deutschen Rechenmeister und Bergbaugelehrten Adam Ries, der von 1522/23 bis zu seinem Tod im Jahr 1559 in der Erzgebirgsstadt wirkte. Eine Reverenz erweist man der ersten deutschen Montanunternehmerin und Bortenver-legerin Barbara Uthmann, die im 16. Jahrhundert von Annaberg aus maßgeblich zur Entwicklung des Montanwesens und zur Verbreitung des Bortenwirkens beitrug.

Mit der Darstellung Daniel Knappes - alias Caspar Nietzelt - wird des großen Silberfundes am 28. Oktober 1491 gedacht, der zur verstärkten Besiedlung der Region und zur Stadtgründung von Annaberg führte. Darüber hinaus hat mit der heiligen Anna die Namensgeberin der Stadt auf der großen Marktpyramide ihren Platz gefunden.

Mit Georgius Agricola ehrt man einen Bergbaugelehrten, der mit der berühmten „de re metallica" im 16. Jahrhundert ein Grundwerk für das gesamte Montanwesen schrieb. Nicht zuletzt sind traditionsreiche Handwerke der Region, wie Bergmann, Posamentierer und Klöpplerin auf der Annaberger Marktpyramide dargestellt.