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Silberbergwerk "Im Gößner"


 
 
 
 

 

Mitten in Annaberg-Buchholz, im Hof unseres Erzgebirgsmuseums, befindet sich das Silberbergwerk „Im Gößner". Das Ensemble von historischer Innenstadt mit St. Annen­kirche, Erzgebirgsmuseum und Besucherbergwerk stellt eine besondere Konstellation dar: selten ist die Förderung des Silbers und dessen Wirkung auf die spätmittelalterliche Stadtentwicklung, Architektur und Kunst so nahe beieinander erlebbar. Es handelt sich um ursprünglichen  Silberbergbau aus der Blütezeit, ohne  jegliche Einflüsse der „Wismut".

 

 
   
 
Der bedeutendste Erzgang im Annaberger Stadtberg ist der          "Silbermühlen Flache". Er durchschneidet das gesamte Altstadt­gebiet ein-schließ­lich des Marktplat­zes diagonal von NW nach SO.
Besonders an den Schnittstellen mit anderen Gängen konnte man mit größeren erzhaltigen Zonen rechnen. Wohl unmittel­bar nach der Stadtgründung (1496), insbe­sonders bei der Anlage der Bebauung,  wurden die  Erzgänge  aufgeschlos­sen. So ist aus dem Jahr 1499 bekannt, dass mehrere Zechen im Bereich des "Silbermühlen Flachen" in Betrieb waren. Aufgrund dieser Tatsa­che und dem sehr tages­nahen Verlauf der Gruben­baue kann die Anlage der Strecken, Abbaue und Schächte im Bereich des Besucherberg­werkes zeitlich ebenfalls in diese Epoche des Silberberg­baues (etwa 1498-1510) eingeordnet werden.

   
 

Zum befahrbaren Teil gehören die Gänge "Silbermühlen Flache", "Frischglücker Flache" oder "Reiche St. Barbara Flache", ein unbenannter Spatgang und der alte Kunstschacht, die "Gößnerzeche".
Das Besucherbergwerk trägt den Namen des Fundgrübners Andreas Gößner, der zu Beginn des 16. Jahr-hunderts das Grubenfeld in der Umgebung des heutigen Erzgebirgsmuseums besaß. Gößner war der Schwie-gersohn von Andreas Sturtz, des ersten Annaberger Bürgermeisters. Durch den Bergbau war Annaberg damals eine der größ­ten und reichsten Städte Sachsens. Die 1525 vollendete St. Annen­kirche ist ein großarti­ges     Zeugnis jener Blüte­zeit.
Die Rundgang­strecke wurde in den Jahren 1992 bis 1995 ausge­baut. Sie umfasst eine Länge von ca. 260 Meter. Höhenunter­schiede von ca. 24 Meter werden mit Stahltreppen in drei Schächten bewältigt.