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Bergmännische Krippe in Annaberg-Buchholz fertiggestellt

Bergmännische Krippe

Offizielle Fertigstellung am 6. Dezember in der Annenkirche

Ein Meisterwerk erzgebirgischer Handwerkskunst, das in seiner Art weltweit einzigartig ist, wird in diesem Jahr fertiggestellt. Am 6. Dezember 2015, dem zweiten Adventssonntag wird mit der Figur eines Fleischers die Bergmännische Krippe in der Bergkirche in Annaberg-Buchholz komplettiert. Dazu werden alle Figuren ab 16.00 Uhr in der berühmten Annenkirche alle Figuren präsentiert - ein einzigartiges Erlebnis für Einwohner und Gäste.

Das außergewöhnliche Kunstprojekt wird seit dem Jahr 2001 unter der Regie der Stadt von renommierten erzgebirgischen Holzbildhauern in die Tat umgesetzt. Partner sind die Ev.-luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sowie engagierte Sponsoren. Die Bergmännische Krippe besteht aus äußerst filigran gestalteten, etwa 1,20 m großen Holzfiguren. Sie zeigen das biblische Weihnachtsgeschehen in einer Bergbaulandschaft des 19. Jahrhunderts. Beispielhaft macht die Krippe die enge Verbindung von Bergbau-, Glaubens- und Stadtgeschichte deutlich. Die meisterhafte handwerkliche Gestaltung der Figuren weist auf die Schnitzer- und Holzbildhauertraditionen hin, die es im Erzgebirge seit Jahrhunderten gibt. In den letzten 15 Jahren sind über 32 geschnitzte Großfiguren entstanden. Ihre 35 Personen stellen eine "Annaberger Weihnachtsgeschichte" dar.

Symbiose von Stadt- und Bergbaugeschichte sowie christlichem Glauben

Die vielfältigen Bezüge, die es in den Bergstädten des Erzgebirges zum christlichen Glauben gab und noch gibt, werden mit der Bergmännischen Krippe symbolhaft gezeigt. Zentrales Thema ist die Geburt des Jesuskindes in der Krippe. Diese Nachricht breitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt aus. Joseph stellt einen Bergzimmermann dar, Maria eine stillende Mutter. Der Bildhauer macht damit das zutiefst menschliche Geschehen in der Krippe, aber auch die einzigartige Inkarnation des Gottessohnes deutlich. Die drei Weisen sind Obersteiger aus den Bergrevieren Freiberg, Schneeberg und Annaberg.

Eine Reverenz an die harte Arbeit der Bergleute gibt es mit zwei Berginvaliden. Eine Bäckersfamilie, die mit Gaben zur Krippe geht sowie Bauer, Fleischer und Schuster symbolisieren die Aufnahme der Weihnachts-botschaft durch die Vertreter des Handwerkes und der Stände. Durch zwei Nachtwächter erfahren Ratsherr und Marktfrau etwas vom Geschehen in der Krippe. Gelehrter und Pfarrer symbolisieren die Vertreter der Geisteswissenschaften und der Geistlichkeit. Auch erzgebirgstypische Berufe wie Klöpplerin und Waldmann fehlen nicht. Wirt, Hausierer, Schutzmann und Bettlerin reflektieren einen Teil des einstigen städtischen Lebens. Ein schönes Symbol sind zwei Kinder, die ihr liebstes Spielzeug zum Christuskind bringen.

Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie die frohe Botschaft von Weihnachten erfahren oder selbst weitergeben. Die Holzbildhauer Dietmar Lang, Ronny Tschierske, (beide Annaberg-Buchholz), Jesko Lange (Zschorlau), Robby Schubert (Lößnitz) und Friedhelm Schelter Königswalde), allesamt Mitglieder der bekannten erzgebirgischen Künstlergruppe ExponaRt, setzten das ehrgeizige Vorhaben künstlerisch in die Tat um.

Kunstmaler Günter Kreher (Wiesa), der zwölf Jahre beim berühmten Annaberger Kunstmaler Arthur Wirth arbeitete, erweckte die 32 Figuren durch seine außergewöhnliche farbliche Gestaltung "zum Leben". Alle dargestellten Personen zeigen sich durch eine geradezu frappierende Detailtreue aus. In ihrer Gestaltung knüpfen sie an die großen Meisterwerke vergangener Jahrhunderte an.

Träger des Krippenprojektes ist die Stadt Annaberg-Buchholz. Gemeinsam mit Sponsoren aus Firmen und Institutionen sowie engagierten Spendern aus der Bürgerschaft kümmert sie sich in den letzten 15 Jahren um die schrittweise Realisierung des wunderbaren Kunstprojekts. Erste Ideen entwickelten der damalige Marketingleiter der Stadt Annaberg-Buchholz, Eckhard Tanzhaus sowie der Vorsitzende des Erzgebirgischen Schnitzerverbandes, Dietmar Lang, der sich fortan mit den genannten Holzbildhauern um die künstlerische Umsetzung kümmerte. Ohne die zahlreichen Sponsoren wäre das große und ehrgeizige Projekt jedoch nicht realisierbar gewesen. Sie machten die Bergmännische Krippe zu ihrer Herzenssache, kamen aus dem ganzen Bundesgebiet und spendeten insgesamt weit über 100.000 €. Nur dank dieses außergewöhnlichen Bürgersinns konnte das Projekt vollendet werden.

Bergkirche St. Marien – einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens

Die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ist die einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens. Ab 1502 wurde sie im Auftrag der örtlichen Knappschaft und der Bergleute des Annaberger Bergreviers erbaut. Herzog Georg der Bärtige, Stadtgründer und einstiger Herrscher im albertinischen Sachsen legte selbst den Grundstein für das Gotteshaus. Ab 1511 diente die Bergkirche den Bergleuten zur Andacht, zu Gottesdiensten und zum Gebet. Bis 1539 bezahlte die Knappschaft vier katholische Kaplane, bis 1863 insgesamt 29 protestantische Bergprediger. Danach ging die Bergkirche in das Eigentum der Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Annen über.

In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Gotteshaus in Regie von Kirche und Stadt von Grund auf saniert und unter Beachtung des Denkmalschutzes nach modernen Gesichtspunkten umgebaut. Dabei entstand ein multifunktionelles Veranstaltungszentrum, das vielfältig nutzbar ist. Durch den Umbau hat auch die Bergmännische Krippe attraktives Domizil erhalten. Künftig soll sie durch eine optisch ansprechende Gestaltung noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.
Künftig sollen weitere Großfiguren an ausgewählten Orten der Stadt einen "Annaberger Krippenweg" bilden. Die erste Figur, ein Arzt, wurde im Vorjahr präsentiert und hat bereits in der Tourist-Information Annaberg-Buchholz ihren Platz gefunden.

Ansprechpartner

Person
Christina Linke
Funktion
Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur, Tourismus und Sport
Telefonnummer
03733 425281
Faxnummer
037733 425 295
E-Mail