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Veranstaltungen zu „Jüdisches Leben in Annaberg und Buchholz“

Erinnerung durch Zeitzeugengespräch, Gedenktafel und Stadtführung

Im Rahmen der Erinnerungskultur an das Jüdische Leben in Annaberg-Buchholz fanden auch in diesem Jahr wieder Veranstaltungen in Annaberg-Buchholz statt.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich jüdische Kaufleute und Unternehmen auch in der Bergstadt Annaberg und Buchholz an. Bis 1933 war die israelitische Glaubensgemeinschaft ein wichtiger wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Motor sowie Impulsgeber im oberen Erzgebirge. Das Leben der jüdischen Mitbürger war zunächst geprägt von alltäglichen Herausforderungen, Freundschaft und Anerkennung. Später folgten antisemitische Hetze, Verfolgung, Zerstörung und Mord.

Während des von den Nazis als "Reichskristallnacht" bezeichneten Judenpogroms wurde am 09. und 10. November 1938 auch der Betsaal der Gemeinde und der Jüdische Friedhof zerstört. Die Trauerhalle wurde am Sonntagmorgen, dem 10. November, von der SA-Standarte 44 in die Luft gesprengt. Jüdische Bürger wurden verhaftet, gefoltert und in die Konzentrationslager des Ostens deportiert und fanden dort einen grausamen Tod.

Die Verfolgung jüdischer Mitbürger und Andersdenkender setzte schon vor dem 9. November 1938 in Annaberg ein. Ihren Höhepunkt erreichte sie aber in jener Nacht auf den 10. November. Die Mehrheit der Bewohner der Stadt hörte nichts, sah nichts oder spendete dem Pogrom sogar Beifall - der mitunter bis in unsere Tage nachzuklingen scheint...

Anlässlich der Opfer und Zerstörung zur Reichskristallnacht fand die Veranstaltung "Zeitzeugen erzählen!"  des Kulturzentrums Erzhammer mit Renate Aris im Eduard-von-Winterstein-Theater statt. Als letzte Holocaust Überlebende in Sachsen berichtete sie aus ihrem wechselvollen Leben. Die 1936 geborene, mit dem Sächsischen Verdienstorden ausgezeichnete, Chemnitzerin ist eines der aktivsten Mitglieder in der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und zählte zu jenen Frauen und Männern, die die Kehille (Jüdische Gemeinde) im damaligen Karl-Marx-Stadt aufrechterhielten. Die Familie von Renate Aris stammt aus Dresden. Ihrer drohenden Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt im Februar 1945 entkam sie nur durch den Luftangriff der Alliierten, der die Infrastruktur der Innenstadt auf einen Schlag komplett zerstörte. In der neuen Chemnitzer Synagoge organisiert Renate Aris regelmäßig Führungen. "Vor allem, wenn ich mit jungen Menschen ins Gespräch komme, äußere ich auch meine Sorgen über neuen Rechtspopulismus", sagt Aris. "Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schnell sich das gesellschaftliche Klima ändern kann und sollten mit offenen Augen durch die Welt gehen." Quelle jewiki.net

Renate Aris enthüllte bei Ihrem Besuch in Annaberg-Buchholz eine Gedenktafel am ehemaligen Firmensitz J. Chanange, heute Museumsgasse Teilgebäude Manufaktur der Träume.

Eine weitere Veranstaltung zur Erinnerung an das Jüdische Leben in Annaberg-Buchholz waren für Schulklassen und Jugendgruppen angebotene Stadtführungen, welche im Vorjahr eigens für diese Altersgruppen konzipiert wurden. 

Die Führungen boten einen Überblick zur ehemaligen Jüdischen Glaubensgemeinschaft, zeigten Stätten ihres Wirkens, benannten Persönlichkeiten und Lebensorte, führten zu sichtbaren Zeugnissen im heutigen Stadtbild und erzählten wahre Begebenheiten. Die begleitete Wissensvermittlung endete am Jüdischen Ehrenhain. Dort fand eine Gedenkfeier mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Chemnitz statt.

Auch zukünftig wird es am 09. und 10. November Vermittlungs- und Gesprächsangebote zum Gedenken an die ehemalige Israelitische Gemeinde zu Annaberg geben.

Die Stadtführung "Jüdisches Leben in Annaberg und Buchholz" kann auf Anfrage in der Tourist-Information Annaberg-Buchholz für Kinder- und Jugendgruppen ab der 6. bzw. ab der 9. Schulklasse gebucht werden.

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