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Erhöhung der Vielfalt der Wälder in der
Region Zentrales Erzgebirge /
Zvyšování rozmanitosti v lesích v regionu

Bis zum Jahr 2019 wird in Annaberg-Buchholz und im tschechischen Bozi Dar (Gottesgab) das deutsch-tschechische Waldprojekt durchgeführt.

Inhalt des Projektes ist die Erhöhung der Artenvielfalt in den Wäldern, der Schutz der Bäume vor Wildverbiss sowie die Senkung der hohen Wildbestände. Vor allem Tannen und Buchen, aber auch Bergahorn und Eberesche sollen als neue Arten gepflanzt werden. Positive Effekte für den Wald sollen auch durch eine Senkung der Wildbestände erreicht werden.

Weiterhin werden im Rahmen des Projektes zahlreiche Informationstafeln diesseits und jenseits der Grenze aufgestellt sowie Broschüren erstellt, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus sind z. B. Exkursionen und Umweltbildung für Schulklassen sowie Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Parallel zum Projekt werden begleitende Untersuchungen durchgeführt und die Wirksamkeit der Maßnahmen im Rahmen eines so genannten Monitoring regelmäßig überprüft. Beiderseits der Grenze sollen Biotope und Landschaft verbessert sowie Wälder strukturreicher und resistenter gemacht werden.

Projektziel
  1. Hauptziel des Projektes ist es, das Baumartenspektrum im Erzgebirge durch Einbringung von Mischbaumarten zu erweitern und somit Grundlagen für die Erhöhung der Stabilität und biologischen Vielfalt der Wälder zu schaffen.
  2. Waldumbaumaßnahmen mit Weißtanne und Rotbuche führen zu strukturreichen und stabilen Wäldern, die in Anbetracht des Klimawandels einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung, zum Hochwasserschutz, zur Trinkwasserversorgung und Verbesserung der Erholungswirkungen leisten. Eine wesentliche Voraussetzung dazu ist Intensivierung der Bejagung auf Reh- und Rotwild durch die Herstellung einer zweckdienlichen jagdlichen Infrastruktur.
  3. Das Projekt soll dazu beitragen, die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen tschechischen und deutschen Forstleuten und Naturschützern zu stärken, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen.
  4. Ein weiteres Ziel besteht darin, die im Projektgebiet bzw. in dessen näheren Umgebung ansässige Bevölkerung und regionale Entscheidungs-träger stärker für die Bedeutung des Waldes und den Umweltschutz zu sensibilisieren, das Bewusstsein zu fördern, dass Waldumbau und Biotopschutz langfristig als Zukunftsvorsorge für die Gesellschaft existentiell von Bedeutung sind. Ein Besonderer Schwerpunkt soll die Einbeziehung von Schulklassen in die Umweltbildung sein.
  5. Durch das Projekt soll der waldbauliche und naturschutzfachliche Kenntnisstand über den Waldumbau und Biotopschutz vertieft und grenzüberschreitend der interessierten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt soll als Beispiel für erfolgreichen Waldumbau und Biotopschutz in Kommunalwäldern auf beiden Seiten der Grenze entwickelt und publik gemacht werden. Die Erarbeitung, Gestaltung und Herstellung von Flyern und einer Broschüre (zweisprachig) dienen der Vorstellung des Projektgebietes und der beabsichtigten Waldumbaumaßnahmen. Mit der Veröffentlichung dieser Medien sollen Anregungen und Hinweise für andere Kommunen mit Waldeigentum gegeben werden, ähnliche Maßnahmen zu initiieren.
  6. Die Waldumbaumaßnahmen sollen durch boden- und wasserökologische Untersuchungen und ein biologisches Monitoring begleitet werden. Die jahrzehntelange Einträge von Luftschadstoffen und die einseitigen Fichtenmonokulturen haben den Naturhaushalt des Erzgebirges nachhaltig geschädigt. Durch die Etablierung von naturnahen Mischwaldbeständen entsprechend der potentiell natürlichen Vegetation kann langfristig eine Sanierung des Naturhaushaltes, insbesondere des Bodens und den Wassers erreicht werden. Mit diesen Maßnahmen ist außerdem zu erwarten, dass die biologische Vielfalt im Projektgebiet erhöht wird und somit auch Ziele des Biodiversitätsprogrammes der EU, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen verwirklicht werden. Die Erfassung von boden- und wasserökologischen und biologischen Daten ermöglicht langfristig eine Erfolgskontrolle der angestrebten Projektziele.
Projektpartner

Leadpartner: Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz

Projektpartner: Město Boží Dar

Höhe der Fördermittel

Für das Projekt wurden durch die Sächsische Aufbaubank insgesamt Fördermittel in Höhe von 424.642,38 € bewilligt.

Projektzeitraum

Das Projekt wird im Zeitraum vom 18.04.2016 bis 31.10.2019 durchgeführt.

Projektmaßnahmen

Waldumbau durch Pflanzung von Weißtanne, Rotbuche und Bergahorn (mit Zaunschutzmaßnahmen gegen Wild)

Die Pflanzung ist bei Abwesenheit der Mischbaumarten im Oberstand die einzige Möglichkeit zur Einbringung anderer Baumarten. Gepflanzt wird manuell mit dem Göttinger Fahrradlenker oder mit Pflanzhacken und -spaten. Der Wildschutz erfolgt durch Zaunbau mittels geeigneter, effizienter Geräte (Eisernes Pferd). 

Waldumbau durch Pflanzung von Weißtanne und Rotbuche (mit Einzelschutz - Drahtgitter)

Auf Standorten mit hohen Wildbeständen ist der Individualschutz eine erprobte Möglichkeit, wie man die Pflanzungen vor Totalverlust durch Wild retten kann. Nach der Pflanzung wird ein Drahtgitter an einem Pfahl aus Eichen- oder Robinienholz befestigt. Das Material muss so beschaffen sein, dass es sehr langlebig ist, um Folgearbeiten zu vermeiden.

Biotopverbesserung und Landschaftsgestaltung durch Pflanzung von Ebereschen (mit Einzelschutz)

Die Ebereschen entlang der Wege bieten eine Nahrungsmöglichkeit für Vögel. Sie sind ein traditionelles ästhetisches Element in der Landschaft und verbessern die Bodeneigenschaften in der Umgebung. Nach der Pflanzung sollen sie angepfählt und mit Wuchshüllen oder Drahtschutz gegen Wildverbiss geschützt werden. 

Bau von Jagdkanzeln; Herstellung jagdlicher Infrastruktur

Die Jagdkanzeln erhöhen wesentlich die Effektivität der Jagd, gleichzeitig sind sie ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit der Waldbesucher und Jagdausübenden. Drückjagdstände sind bei Gemeinschaftsjagden unerlässlich, um eine schnelle und sichere Schussabgabe bei guter Geländeübersicht zu gewährleisten. 

Schälschutz gegen Rotwild in Fichtenjungbeständen

In Lokalitäten mit höherer Wildkonzentration kommt es zu Rindenschälungen, die zu einer Entwertung des Holzes und zur Instabilität des Baumes führen. Durch Anstreichen des Stammes mit einem Spezialpräparat wird das Wild abgeschreckt und somit die Schälschäden minimiert.  

Umweltbildung

Die Notwendigkeit des Waldumbaus, die Wasserversorgung aus dem Wald sowie die Problematik der Jagd und angepasster Schalenwildbestände sollen der Bevölkerung und hier besonders auch Schülern in Form von Erläuterungen, Exkursionen, aber auch spielerischer Elemente nahegebracht werden. 

Boden- und wasserökologische Begleituntersuchungen/Biologisches Monitoring

Zur ökologischen Begleitung der Waldumbaumaßnahmen, insbesondere der Dokumentation der Verbesserung des Naturhaushaltes wird zum einen boden- und wasserökologische Untersuchungen und zum anderen ein biologisches Monitoring durchgeführt.

Ansprechpartner

Person
Jana Kreher
Funktion
SG Vergaben / Fördermittel
Telefonnummer
03733 | 425 240
Faxnummer
03733 | 425 142
E-Mail