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Die Pyramide auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt

Pyramide

Vor 26 Jahren, am 4. Dezember 1992, wurde die Marktpyramide, das Wahrzeichen des Annaberger Weihnachtsmarktes, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Das Auftragswerk der Stadt Annaberg-Buchholz ist eine Gemeinschaftsarbeit ortsansässiger Künstler, Handwerker und der Kommune. Die Grundidee für die Pyramide kam von dem Schnitzer Volker Gräfensteiner und dem Holzbildhauer Klaus Giese.

Das Kunstwerk, das 1991 von der damaligen Stadtverordnetenversammlung in Auftrag gegeben wurde, ist der Nachfolger einer Freilandpyramide, die im Volksmund auch den Namen "Bohrturm" trug.Ihre gedrechselten Figuren, die an die Geschichte von Stadt, Bergbau und Erzgebirge erinnern, können noch heute auf dem Weihnachtsmarkt bestaunt werden.

Die Schöpfer der neuen, etwa 10,5 Meter hohen Annaberger Marktpyramide mit ihren meisterhaft geschnitzten Figuren verbanden die Historie von Stadt und Region mit erzgebirgischen und christlichen Traditionen. Bezüge zum Bergbau finden sich ebenso wie christliche Motive, die auf die Advents- und Weihnachtszeit hinweisen.

Am Sockel der Marktpyramide schuf der Schnitzer Volker Gräfensteiner einen Adventskalender mit vier Türen, von denen je eine an den Adventssonntagen von Kindern kirchlicher Einrichtungen geöffnet wird.

Pyramidenfenster

Vier große Holzreliefs zeigen Szenen der biblischen Weihnachtsgeschichte. Bildlich dargestellt sind die schwangere Maria auf der Suche nach einer Herberge, die Verkündigung der Engel auf dem Hirtenfeld, die Geburt Jesu Christi im Stall von Bethlehem und die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland.

Die meisterhaft gestalteten Figuren auf den Drehtellern weisen auf historische Persönlichkeiten sowie erzgebirgische Traditionen hin.

Kunstmaler Günter Kreher aus Wiesa, dem auch die Farbgebung der Bergmännischen Krippe in der Bergkirche zu verdanken ist, gestaltete die Figuren farblich.

Pyramidenfiguren

Auf der Annaberger Marktpyramide befinden sich 18 Figuren, sechs davon stellen Persönlichkeiten der Stadtgeschichte dar. Darunter der wettinische Herzog Georg der Bärtige, der am 21. September 1496 die "Neue Stadt am Schreckenberg", das spätere Annaberg, gründen ließ, in trauter Gemeinschaft mit dem deutschen Rechenmeister und Bergbaugelehrten Adam Ries, der von 1522/23 bis zu seinem Tod im Jahr 1559 in der Erzgebirgsstadt wirkte.

Eine Reverenz erweist man der ersten deutschen Montanunternehmerin und Bortenverlegerin Barbara Uthmann, die im 16. Jahrhundert von Annaberg aus maßgeblich zur Entwicklung des Montanwesens und zur Verbreitung des Bortenwirkens beitrug.

Mit der Darstellung des Bergmanns Daniel Knappe - alias Caspar Nietzel - wird des großen Silberfundes am 28. Oktober 1491 gedacht, der letztlich zur verstärkten Besiedlung der Region und zur Stadtgründung Annabergs führte.

Darüber hinaus findet sich mit der heiligen Anna die Namensgeberin der Stadt.

Mit Georgius Agricola ehrt man einen Bergbaugelehrten, der mit dem berühmten Buch "De re metallica" im 16. Jahrhundert ein Grundwerk für das gesamte Montanwesen schrieb. Außerdem sind ortstypische Handwerker, wie z. B. Schmelzer und Klöpplerin auf der Marktpyramide dargestellt.

Die Figuren der Annaberger Pyramide

1. Etage: Sechs Figuren - Persönlichkeiten der Stadtgeschichte

2. Etage: Fünf Figuren - Verkörperung des Silberbergbaus, als
für die Stadtgründung bedeutsamen Wirtschaftszweig
(Hauer, Schmelzer, Wünschelrutengänger sowie
die heilige Katharina, Schutzheilige des Bergbaus)

3. Etage: Vier Figuren für textile Wirtschaftszweige, die den
im Rückgang befindlichen Bergbau ablösten (Posamentierer)

4. Etage: Drei musizierende Engel

Wenn de Männeln erwachen

Traditionell wird der Annaberger Weihnachtsmarkt am Freitag vor dem ersten Advent um 17.00 Uhr mit dem Anschieben der großen Marktpyramide eröffnet. Nur an diesem Tag werden ihre Figuren lebendig, steigen von ihrem Sockel herunter und stellen sich den Besuchern vor. Genießen Sie dieses einmalige Schauspiel im bergmännischen Flair!

Eröffnung Weihnachtsmarkt

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