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Das begehbare Geschichtsbuch

Hans Kudlich und die Revolution von 1848

1. April - 30. Juni 2023

2023 jährten sich die Aufstände von 1848 zum 175. Mal und 1823 wurde der Revolutionsteilnehmer und "Bauernbefreier" Hans Kudlich geboren. Die Ausstellung brachte diese interessante historische Persönlichkeit in Form eines begehbaren Geschichtsbuches näher, zeigte aber auch, was sich in den Jahren 1848 und 1849 auf der sächsischen Seite des Erzgebirgskammes und speziell in Annaberg und Buchholz zugetragen hat. Dazu haben wir exklusive Exponate aus der Sammlung der Städtischen Museen und privaten Sammlungen zusammengetragen. Zu sehen waren Kunst, Militaria, Volkskunst und Spielzeuge in einer spannenden Kombination mit einmaligen historischen Dokumenten und Objekten.

Bereits als Abgeordneter des österreichischen Reichstages hatte sich der aus Lobenstein in Österreichisch-Schlesien stammende Hans Kudlich (1823-1917) für die Aufhebung der Fronarbeit stark gemacht und wird deshalb als "Bauernbefreier" bezeichnet. In den Jahren 1848/1849 nahm er aktiv an den Aufständen teil und wurde dafür zum Tode verurteilt. Er emigrierte über die Schweiz in die USA, wo er als Arzt wirkte und starb.

Bild: Hans Kudlich, nach einer Lithographie von Eduard Kaiser 1848

Zur Vorgeschichte der Aufstände von 1848: nach der Französischen Revolution von 1789 breiteten sich die Ideen von bürgerlicher Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in ganz Europa aus. Die Eroberungen Napoleon Bonapartes veränderten das politische Gefüge des Kontinents und beschleunigten den Zerfall der alten ständisch geprägten Gesellschaftsordnung.

Bild: Napoleon und ein französischer Artilleriezug
Seiffen, Mitte 19. Jh., Ströhersche Sammlung, Manufaktur der Träume

Nach den Befreiungskriegen bildeten sich überall in den Teilstaaten des Deutschen Bundes bürgerliche Bewegungen, die den Gedanken eines national geeinten und bürgerlich geprägten Deutschlands vertraten. Politisch besonders aktiv waren damals die studentischen Burschenschaften und die Turnerbewegung Friedrich Ludwig Jahns.

Bild: Wartburgfest der deutschen Studenten am 18. Oktober 1817, Reproduktion eines zeitgenössischen Holzschnittes

Technisch-industrieller Fortschritt und soziales Elend waren im 19. Jahrhundert die zwei Seiten einer Medaille. 1835 fuhr auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth der erste von einer Dampflokomotive gezogene Eisenbahnzug, schon 1866 fuhr der erste Zug von Chemnitz nach Annaberg. Der schlesische Weberaufstand von 1844 zeigte als berühmtes Beispiel die Notlage weiter Bevölkerungsteile und den Umgang der staatlichen Autorität damit. Auch in Annaberg und Buchholz kam es 1846 zum Aufstand der Posamentierer.

Modell einer Posamentierwerkstatt, Städtische Museen Annaberg-Buchholz

Nach einer Kundgebung von Robert Blum in Annaberg im Jahr 1847 entstanden hier mehrere patriotische Vaterlandsvereine. Der Buchbinder Friedrich Hesse aus Buchholz (1820-1895) versammelte in Buchholz Gleichgesinnte in einer Turnerbewegung nach dem Vorbild von Friedrich Ludwig Jahn.

Bild: Turner, Miniatur in der Zündholzschachtel, Ströhersche Sammlung, Manufaktur der Träume

Modell einer Posamentierwerkstatt, Städtische Museen Annaberg-Buchholz

Im Mai 1849 machte sich ein Teil der Buchholzer und der Annaberger Kommunalgarden unter Führung von Friedrich Hesse und Georg Adler zur Verteidigung der Verfassung nach Dresden auf. Sie konnten die Niederlage der demokratischen Bewegung nicht verhindern. Etliche Teilnehmer wurden danach verhaftet bzw. aus dem öffentlichen Dienst entlassen.

Bild: Georg Adler, Marmorbüste von Robert Henze, Städtische Museen Annaberg-Buchholz

Modell einer Posamentierwerkstatt, Städtische Museen Annaberg-Buchholz

Die Ausstellung war eine deutsch-tschechische Kooperation mit dem Regionalmuseum Chomutov und dem Freundeskreis Bauernbefreier HANS KUDLICH e.V.

Sie machte am Beispiel der grenzüberschreitenden Revolutionsereignisse einmal mehr die historische Bedeutung des Erzgebirges als einer Transferregion zwischen dem Königreich Sachsen und der Habsburgermonarchie deutlich.

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