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Geschichte der Stadtbibliothek

Die Geburtsstunde der Stadtbibliothek Annaberg-Buchholz schlug am 31.10.1871. Im Jahr 2021 feierten wir das 150 jährige Bestehen!

1871 konstituierte sich ein »Comité zur Gründung einer öffentlichen Bibliothek für die Städte Annaberg und Buchholz« aus wohlhabenden und einflussreichen Bürgern. Literatur und wissenschaftliche Werke sollten unentgeltlich zugänglich gemacht werden, um die allgemeine Bildung zu fördern. Der Stadtrat wollte sich weder finanziell beteiligen noch die Bibliothek übernehmen. Durch Geldsammlungen und Schenkungen konnten Bücher angeschafft werden, und im Januar 1872 wurde die ehrenamtlich geleitete Öffentliche Bibliothek in der Münzgasse 8 eröffnet. Bis zu vier Wochen konnten Bücher außer Haus unentgeltlich entliehen werden. Im Oktober besaß die Bibliothek bereits ca. 2000 Bände und benötigte mehr Platz. 1873 zog sie in einen Raum im Rathaus um und Entleihungen sowie die Anzahl der Nutzer wuchsen. Ab da beteiligte sich auch die Stadt finanziell und die Bibliothek zog ins städtische Sparkassengebäude Große Kirchgasse 16 (heute Erzgebirgsmuseum).

Ausleihraum im ersten Stock
Ausleihraum im ersten Stock

1904 reichte das Geld gerade noch für laufende Ausgaben und Bestandserhaltung. Es wurde ein Verein gegründet, dessen Mitgliedsbeiträge der Anschaffung neuer Bücher dienten. Die Benutzung der Bibliothek selbst blieb kostenlos. Ab 1917 hieß die Bibliothek »Öffentliche Volksbücherei«. Trotz der schwierigen Lage infolge des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise brachte die Stadt 1924/25 Mittel für neue Bücher und den Umzug in andere Räume im Rathaus auf. Vom Sächsischen Ministerium für Volksbildung gab es 1928 eine Beihilfe, die der Volksbücherei zu neuer Attraktivität verhalf. 1934 wurde auf Vorschlag des Bürgermeisters der Verein Volksbücherei aufgelöst, seit dieser Zeit ist die Bücherei im städtischen Besitz.

Volksbücherei Annaberg, Zeitungsausschnitt um 1936
Gebäude Klosterstraße 5 um 1975

Das Gebäude Klosterstraße 5, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet, ist eines der ältesten und schönsten Bürgerhäuser Annabergs. Der erste Bau wurde bereits um 1500 erwähnt. Immer wieder wechselten die Besitzer, Stadtbrände und Kriege hinterließen ihre Spuren. Ab wann das Gebäude als Gasthof genutzt wurde und wann es den Namen »Zur Gülden Gans« erhielt, ist nicht bekannt; der erste Nachweis ist ein Kaufvertrag von 1704. Im Ersten Weltkrieg schloss der Gasthof »Goldene Gans« für immer. 1920 erwarb die Stadt Annaberg das Haus, setzte es instand und richtete (Not-)Wohnungen ein. 1934 war das Gebäude völlig heruntergekommen. Anbauten wurden abgebrochen und das Haus wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt, bevor 1935 die nunmehr Städtische Bücherei die Räume in der ersten Etage bezog. Ein Bibliothekar wurde von der Stadt angestellt.

Gebäude Klosterstraße 5 um 1945
Leseraum um 1964

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf Befehl der sowjetischen Besatzungsbehörde mehr als 2000 Bände ausgesondert. Am 1. Juni 1945 wurde die Stadtbücherei wiedereröffnet und ab 1952 um die Städtische Kinderbücherei erweitert, die wechselnde Räume in der Klosterstraße und im »Erzhammer« bezog. 1954 wurde mit Übernahme der Kreisbücherei die Bibliothek in »Stadt- und Kreisbibliothek« umbenannt. Seit den 1960er Jahren hatten die Nutzer freien Zugang zu den Büchern. 1977 wurde die Fotoverbuchung eingeführt, was die Arbeit enorm erleichterte und viel Zeit sparte. 1989 musste für den Heizungseinbau ein Zwischenquartier in der Johannisgasse bezogen werden, außerdem brachte die politische Wende starke Veränderungen im Buchbestand. 1990 öffnete die Bibliothek als Stadtbibliothek wieder in der Klosterstraße 5 und drei Jahre später begann 1993 die Umstellung auf Computerverbuchung.

Städtische Kinderbibliothek 1975
Leseraum um 1972
Ausleihraum für Erwachsene 1964
Städtische Kinderbibliothek 1975

Im Januar 2003 zog die Stadtbibliothek wieder in ein Ausweichgebäude (Wolkensteiner Straße 6) um, weil das Gebäude Klosterstraße grundlegend umgebaut und rekonstruiert wurde. Am 13. September 2004 konnte die Stadtbibliothek in der »Goldenen Gans« wieder eröffnet werden, mit viel mehr Platz und neuer Ausstattung - eine Bibliothek, auf die die Annaberg-Buchholzer mit Recht stolz sind und in der sich Tradition und heutige Anforderungen immer wieder sinnvoll ergänzen.

Text: Nitzsche, Almut

Quelle: Unger, Reinhart (2004): Die »Goldene Gans«. Zur Geschichte eines Annaberger Hauses, seiner Bewohner und der Stadtbibliothek. Annaberg-Buchholz: Erzgebirgsmuseum; Arbeitskreis Annaberg-Buchholzer Heimatforscher (Streifzüge durch die Geschichte des oberen Erzgebirges, 69).

Kontakt

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Anschrift
Klosterstraße 5
09456 Annaberg-Buchholz
Telefonnummer
03733 | 22030
Faxnummer
03733 | 288508
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Öffnungszeiten Stadtbibliothek
Montag und Donnerstag
12.00 - 18.00 Uhr
Dienstag
10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch
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